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Am 20. März haben die Vereinigten Staaten von Amerika und
Großbritannien, unterstützt von einer kleinen Riege von „Willigen“, einen
Angriffskrieg gegen den Irak begonnen. Die Begründung der Bush-Regierung für
diesen Krieg ist zweifelhaft. Beweise wurden teilweise gefälscht, eine
Zusammenarbeit zwischen dem Diktator Saddam Hussein und den Terroristen von Al
Quaida ist nicht nachgewiesen. Niemand
mag Bush den verzweifelten Kampf für die Menschenrechte glauben. Ein
Menschenrecht auf Öl jedenfalls ist unbekannt. Öl ist aber offenbar das einzig
wirkliche Interesse, das für die Bush-Administation zählt.
Die Regierung der USA hat zu keinem
Zeitpunkt die Arbeit der UNO-Inspektoren und deren Berichte wirklich
ernstgenommen und die Anschläge auf das World Trade Center im Zusammenhang mit
der Irak-Krise propagandistisch missbraucht.
Ein grober Verstoß
gegen das Völkerrecht
Die Charta der Vereinten Nationen verbietet
Angriffskriege. Ein Krieg, der nicht durch die UN legitimiert wurde, verstößt
gegen das Völkerrecht. Das interessiert die USA offenbar überhaupt nicht. Wer
in Deutschland einen solchen Krieg duldet oder auch nur indirekt unterstützt,
macht sich der Vorbereitung eines Angriffskrieges (§ 80 Strafgesetzbuch)
schuldig. Wer in öffentlichen Reden einen solchen Krieg unterstützt, gut heißt
oder zu seiner Unterstützung aufruft, verstößt gegen § 80a des
Strafgesetzbuches (Aufstachelung zum Angriffskrieg), auch wenn dies in Amerika
oder im Bundestag geschieht.
Die Schwächsten
trifft es am härtesten
Auch dieser Krieg wird — mögen
die Waffen auch noch so „chirurgisch“ wirken — Tausende Menschen das Leben
kosten. Die ohnehin schon katastrophale Versorgungslage wird zu weiteren
Opfern, insbesondere unter Kindern und alten Menschen, führen. Schätzungen
reichen von bis zu 500 000 Toten. Zur Situation im
Irak:
Saddam
Hussein ist zweifellos ein Menschen verachtender Diktator. Im Irak kommt es
ständig zu Unterdrückung und Verfolgung von Oppositionellen, besonders von
Schiiten und Kurden, und laut amnesty international sogar zu Hinrichtungen.
Weder die Verschlechterung
aller Lebensverhältnisse im Irak durch das Wirtschaftsembargo, noch der letzte
Irakkrieg selbst haben den Diktator aus dem Sattel geworfen, sondern seine
Position im Land gestärkt. Ein Beweis dafür, dass schon der Krieg vor 12 Jahren
keine Lösung gebracht hat.
Seit 1991, seit das u. a. von
den USA einst aufgerüstete Regime Saddam Husseins als Werkzeug gegen den Iran
ausgedient hatte, ist das Land ständigen Bombardierungen ausgesetzt. Die Gesamtzahl der Opfer liegt bislang weit
über einer Million Menschen.
Nach Angaben des ehemaligen
UN-Koordinators für Irak, des Deutschen Hans von Sponeck, starben zwischen 1998
und 2000 mehr als 500 000 Kinder wegen verschmutzen Wassers, fehlender
Medikamente und Unterernährung. Laut Angaben des Kinderhilfswerks der UN
(UNICEF) sterben monatlich 5 000 bis 6 000 Kinder an den Folgen der
Wirtschaftssanktionen gegen den Irak.
Als Bürger der Bundesrepublik
Deutschland wollen wir zur akuten Kriegsgefahr nicht schweigen.
Wir fordern:
- Den
sofortigen Stopp aller Militäraktionen
- Keine
Unterstützung der Kriegsparteien
- Sofortige humanitäre Hilfe für die betroffene
Zivilbevölkerung im Irak und die Beendigung aller Sanktionen
Wir appellieren
an die Bundesregierung:
Halten Sie an der Politik friedlicher Konfliktlösung fest!
Wir rufen die Menschen unserer
Region auf, sich jeder Form der Kriegstreiberei gegen Irak oder andere
souveräne Staaten und Völker zu widersetzen. Nehmen Sie an Mahnwachen und Aktionen
gegen den Krieg im Irak teil. Setzen Sie ein persönliches
Zeichen des Friedens, indem Sie z.B. an jedem Donnerstag
eine brennende Kerze ins Fenster stellen.
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